12. Mai 2008   Newsletter-Abo RSS-Feed Impressum Kontakt Suche Suche
    

Immobilien Auto & Motor
Stellenmarkt Basar
Ein Bild zum Artikel: Hier wächst nicht nur lila Lavendel

Hier wächst nicht nur lila Lavendel

Auf den Spuren des Templer-Mythos durch die Provence: Heutige Gralssucher locken Vergangenheit und Gegenwart in den Süden Frankreichs.

Die Lavendelfelder sind typisch für die Provence.
Bild: AP

Ob Maria Magdalena die Geliebte von Jesus war, wie es der Kinohit "Sakrileg" glauben macht, weiß Paul Amoros nicht. Aber er bäckt Navettes, kleine Biskuits in Form eines Bootes. Der Legende nach soll die Heilige mit einem Boot nach Marseille geflüchtet sein. Ihre Reliquien locken bis heute Pilger ins südfranzösische St.-Maximin.

Magdalenas Schädel

Seit dem 13. Jahrhundert wird ihr Schädel dort in der für provenzalische Verhältnisse großen Dominikanerkirche im Departement Var aufbewahrt. Amoros betreibt die letzte Mehlmühle im Var. Er bäckt auch Brot, ein besonderes Brot: Der Laib trägt das Kreuz der Templer. Fragt man ihn danach, kommt Amoros ins Erzählen. Seit er vor 25 Jahren in Trigance die Moulin de Soleil übernahm, hat ihn der nach dem 1. Kreuzzug in Jerusalem zum Schutz christlicher Pilger gegründete Templer-Orden nicht mehr losgelassen.

Die wirtschaftliche Basis der Templer lag in der Provence, wo sie 29 Komtureien betrieben. In ihrem Weinkeller von Peyrassol wird bis heute Wein gekeltert. Auf einem Templerhof nahe Bras gibt es Gästezimmer.

Gestenreich erklärt der Müller, wo Templer-Spuren zu finden sind. Hier ein vergilbtes Dokument über den Gral. Dort eine mysteriöse Inschrift an einer Felswand.

Wenn man Glück hat, schließt Amoros seinen Laden und führt Gäste zur Kapelle Sainte Anne in Robion. Sie gehört zu neun einsam gelegenen Kirchen, deren Anfangsbuchstaben den Namen TEMPLARII ergeben. Zufall oder Absicht? Nicht immer lassen sich untrügerische Zeichen der Templer ausmachen. In Rougon, über dem malerischen Verdon, dient die einstige Templer-Kapelle nur noch als Ziegenstall.

Templer-Türme

Christian Delceray führt zu besser erhaltenen Templer-Ruinen. Der Geschichtslehrer weiß, dass die Ordensritter neue Bautechniken aus dem Heiligen Land mitbrachten. Die befestigte Altstadt von Lorgues mit ehemals zwölf Türmen geht auf sie zurück. Er deutet auf eines der drei Verteidigungstore, das man Sarazenentor nennt, und auf Bewässerungsanlagen.

Als untrügliches Templer-Zeichen gilt das markante Kreuz im Gemäuer. Ein Sprichwort sagt: "In Lorgues wird man alt und glücklich." Die Touristen scheinen dies wörtlich zu nehmen, sind es im Sommer doch doppelt so viele wie Einwohner. Sie lieben die provenzalische Idylle mit Cafés, verwinkelten Gassen und dem schönsten Wochenmarkt der Gegend.

Auf derartigen Entdeckertouren bleibt man nicht in der Geschichte, sondern schließt Bekanntschaft mit der Gegenwart - wie dem typischen Ziegenkäse. Derzeit bedeckt ein Teppich aus rotem Mohn die Wiesen der Provence. Im Sommer ist sie ein einziges Lavendelfeld.

Mit etwas Glück sieht man über den Schluchten des Verdon die Geier kreisen. "Manche Leute kamen mit Dynamit", erinnert sich Amoros, "den legendären Gral hat dennoch keiner gefunden". Für ihn ist der wirkliche Schatz der Templer die Natur selbst mit ihren Wundern, wie das 42 Grad heiße Thermalwasser am Fuß der Ruinen der Templerburg von Greoux.  


02.06.2006
   


Artikel versenden    Artikel drucken   

Infos
Die Provence mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft zwischen Rhone, Alpen und Mittelmeer gehört zu den meistbesuchten Reisezielen Frankreichs. Etwa 80 Prozent des Tourismus entfallen auf die Küstenregion. Aber auch das Hinterland lohnt den Besuch.

Ausgeschilderte Templer-Routen gibt es zwar noch keine, aber einen Spezialreiseführer zum Thema. („Provence -– Auf den Spuren der Templer“, Cornelia Ziegler, ISBN 3-8317-1493-2). Klima: trockenes, warmes Klima mit bis zu 3000 Sonnenstunden im Jahr. Beste Reisezeit Mai/Juni und September/Oktober. Bisweilen weht der Mistral, ein kalter Fallwind.

Unterkünfte: Ehemaliges Dominikanerkloster Couvent Royal in Saint Maximin (www.hotelfp-saintmaximin.com). Ehemaliger Templerhof „Une Campagne en Provence“ nahe Bras (www.provence4u.com).

Weitere Infos: Französisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt am Main (www.franceguide.com).


Kommentar

Die tirol.com-Foren dienen dem demokratischen Meinungsaustausch der tirol.com-User. Die tirol.com-Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für den Inhalt der User-Beiträge. >> mehr

 
Schon dort gewesen?
    Kommentar verfassen
  belg   ‌   04.06.2006   ‌   21:22   Antworten
  provence
  wir waren mit 40 leuten 4 tagen in der provence und verblieben im hotel "le flamant rose" (kann ich anbefehlen) in Plan d'Orgon nicht weit von avignon. wir besuchten u.a. den mont ventoux, soll man gesehen haben um zu verstehen wo die renner im tour de france hinauf müssen, waren in roussillon, und am mittelmehr in les saintes maries de la mer. Alle 40 waren wir begeistert über dieses teils frankreichs, trotz die 1000 km weite fahrt
 Mehr Kommentare

Weitere Artikel in Freizeit :  Reise 
   Trends für den Sommerurlaub 2008
   Mexiko lockt mit Abenteuerromantik
   Bulgarien setzt auf preisgünstigen Skiurlaub
   Mehr Auswahl für Luxusurlauber bei Hotelverbünden
   Dertour-Katalog für Hochzeitspaare
   Eine Taxifahrt durch den jungen Frieden
   Entdeckungen im Nordosten Brasiliens

 
Hotel Tirol | Osttirol | Südtirol
Heute Morgen
Sonniger Beginn, starke Quellungen am Nachmittag.
Wieder stabiler. Viel Sonne tagsüber, nur harmlose Wolken am Nachmittag.
Gemeindewetter:
Sudoku
Sudoku online lösen auf tirol.com
mehr ...

Tirol
Südtirol
Osttirol
Wellness Hotel
Fernreisen
Last Minute, Pauschalreisen, Nur Flug, Hotels, Mietwagen
Bitte lesen Sie unsere AGB und unsere Datenschutzerklärung
Tourentipp
Aktuelle Bildergalerien
Über 30.000 Teilnehmer beim 25. Vienna City Marathon! mehr ...
Süß und niedlich: tirol.com sucht die besten Babybilder! mehr ...